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Juliana Arauja Ältere

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Braunkehl-Faultier

Limmat Verlag

Neben Prosatexten übersetzt sie auch Theaterstücke und Lyrik. Jenseits der Grenze ist alles anders. Davon war ich als kleines Mädchen überzeugt und fieberte meinem ersten Grenzübertritt entgegen. Zwar erlaubte die Hackordnung unter den Geschwistern nicht, dass ich als Jüngste auf der Fahrt von Zürich nach Basel aus dem Fond des dkw viel sehen konnte, aber die Erwartung des Neuen tröstete mich über den schlechten Platz hinweg. Gleichzeitig fühlte ich mich eingeklemmt zwischen Bruder und Schwester ganz behaglich, denn wer weiss, was da hinter der Grenze kommt. Sicher, das Brot hiess pain und schmeckte auch anders, die Leute sagten bonjour und au revoir, und wir waren irrtümlicherweise les boches. Diesseits der Grenze hatte, zumindest in den Fünfzigern, noch alles seine Ordnung — bis die Tschinggen kamen, fremde Fötzel, und mit ihnen eine grosse Verunsicherung. Als man endlich wahrhaben wollte und konnte , dass man zwar Gastarbeiter gerufen hatte, aber Menschen gekommen waren, standen schon die nächsten da, zuerst die SpanierInnen, dann die TürkInnen und die TamilInnen und die JugoslawInnen. So kamen ich und all die MitbürgerInnen, die sich nicht gänzlich abschotten wollten, nicht umhin, immer wieder von neuem ins Wechselbad von Neugier und Angst zu steigen. Mit der Schwarzenbachinitiative wurde einmal mehr vor Augen geführt, dass eines der probatesten Mittel, die Angst vor dem Fremden zu bannen, die Bildung von Kategorien war. Und später die Gruppe Ausländer. Dabei wurde geflissentlich übersehen, dass ein Türke aus Ostanatolien mit einer Spanierin aus Galicien herzlich wenig gemein hatte. Allmählich veränderte sich das Bewusstsein: Wie andere aufgeklärte ZeitgenossInnen begann ich mich eingehend mit dem Anderen zu beschäftigen und kam zu einem differenzierteren Bild der Fremden. Zurück blieb nämlich häufig die scheinbar unverfängliche Frage nach der Andersartigkeit: Stimmt es denn nicht, dass die Tamilen anders sind, nicht besser oder schlechter, einfach anders? Das Eigene und das Fremde Sicher, sie reden anders, sie kleiden sich anders, sie essen anders, nur: So wie ein Bild nicht an sich schön ist, sondern nur in den Augen der Betrachtenden, so ist der Fremde nicht an sich fremd, bereichernd oder beängstigend, sondern nur aus der Sicht der anderen. Ihre Fremdartigkeit ist ein Konstrukt aus Projektionen und Zuschreibungen. Wenn wir das Andere benennen, definieren wir indirekt auch das Eigene.

Comment (3)
Mezil
Faemi 05.07.2018 at 18:28
Great compilation of cum sucking babes. Would fap again.


Voodoojora
Gardataur 07.07.2018 at 20:35
Fine ass creature, with tittys that defy gravity! Look at those nipples!


Dagis
Mazurisar 11.07.2018 at 21:41
She is so fuckin cute looks like a nice fuck too. Wouldve loved to seen her lick his asshole


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